Erdölsuche in Otterstadt: Erkundungsbohrung geplant

Bohrplatz soll nahe der L 534 entstehen / Transparente Bürgerinformation

Das Konsortium aus Neptune Energy in Deutschland (vorher: ENGIE E&P Deutschland GmbH) und Palatina GeoCon GmbH & Co. KG, das seit 2008 in Speyer Öl fördert, plant eine Erkundungsbohrung zwischen Otterstadt und Waldsee.

Nachdem die Daten aus den seismischen Messungen im Winter 2011/2012 ausgewertet sind, haben sich Hinweise darauf ergeben, dass es bei Otterstadt möglicherwiese ein Erdölvorkommen gibt. Um diesen Hinweisen nachzugehen, plant das Konsortium aus Neptune Energy in Deutschland und der in Speyer ansässigen Palatina GeoCon & Co. KG eine Erkundungsbohrung auf einem Grundstück auf Otterstadter Gemarkung an der L 534 in Richtung Waldsee.

Bohrplatz mit LandepunktBeide  Unternehmen haben bereits im Jahr 2013 Kontakt mit der Gemeinde aufgenommen, um die weiteren Schritte abzustimmen. Gleichzeitig erfolgte beim zuständigen Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz (LGB) die Antragstellung für das Vorhaben. Hierzu beteiligte das LGB unterschiedliche Fachbehörden sowie die Verbandsgemeinde. Sobald die Genehmigung erfolgt ist, müssen weitere Sonderbetriebspläne für den Bau des Bohrplatzes sowie für die Bohrung beantragt werden.

Führungen für interessierte Bürger

Um interessierte Bürger über das Vorhaben und den Genehmigungsprozess zu informieren, lädt das Konsortium die Bürger zu Führungen auf seinem Betriebsplatz in Speyer nahe des Müllberges ein. Eine erste öffentliche Informationsveranstaltung fand bereits im September 2013 im Remigiushaus in Otterstadt statt. Das Konsortium stellt darüber hinaus relevante Projektinformationen im Internet unter www.erdoel-in-otterstadt.de bereit und steht für persönliche Fragen den Bürgern jederzeit gerne zur Verfügung.

Bohranlage wird zirka drei Monate im Einsatz sein

Wenn alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen, wird zunächst ein Bohrplatz gebaut. Dabei handelt es sich um eine etwa fußballplatzgroße versiegelte Fläche, so dass Verunreinigungen im Boden ausgeschlossen werden können. In einem zweiten Schritt wird dann für die Dauer von ungefähr drei Monaten eine Tiefbohranlage auf diesem Platz aufgebaut. Zielhorizont der Bohrung im Untergrund ist der Buntsandstein. Die Bohrung soll ihr Ziel in einer vertikalen Tiefe von etwa 2.800 Metern erreichen. Beim Bohren kommt modernste Technik zum Einsatz. Hierbei setzt das Konsortium auf die Möglichkeiten mit geneigtem Pfad zu bohren. Mit diesem Verfahren können Bohrungen im tiefen Untergrund über mehrere hundert Meter horizontal abgelenkt werden.

Erst nach dem Ergebnis der Erkundungsbohrung kann bewertet werden, ob tatsächlich Erdöl vorhanden und wirtschaftlich zu gewinnen ist. Nach der Bohrphase wird die Bohranlage abgebaut und die Bohrung mit einem so genannten Eruptionskreuz sicher verschlossen. Wenn die Bohrung nicht fündig ist, schließt sich der Rückbau an. Hierbei wird das Bohrloch in verschiedenen Abschnitten verfüllt und die beanspruchte Oberfläche wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Im Falle der Fündigkeit wird auf dem Platz eine temporäre Test-Anlage installiert, die nahezu geräuschlos arbeitet. Anschließend wird ein Testbetrieb installiert, um erste Erfahrungen aus der Lagerstätte zu erhalten. Das Öl wird mit Tanklastwagen zur Raffinerie abtransportiert.

Nach dieser Testphase, in der das Produktionsverhalten näher erkundet wird, wird eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen. Dieses könnte beispielsweise sein: Die Förderung wird komplett eingestellt. Nach Einstellung der Bohrung erfolgen der Rückbau und die Wiederherstellung der Oberfläche in den ursprünglichen Zustand. Für diese Maßnahme ist ein erforderlicher Betriebsplan zu erstellen. Sofern das Feld weiter entwickelt werden soll, ist eine Entwicklungsplanung zu erarbeiten und mit den Partnern und Zulassungsbehörden abzustimmen.

Über das Konsortium

Zur Erdölsuche und -gewinnung im Erlaubnisfeld „Römerberg“ kooperiert die Palatina GeoCon GmbH & Co. KG als Lizenzinhaber mit Neptune Energy in Deutschland als Betriebsführer. Das Konsortium unterhält ein gemeinsames Büro in Speyer und beschäftigt rund 50 Mitarbeiter am Standort. Beide Partner führen Gewerbesteuer an die Stadt Speyer sowie Förderabgaben an das Land Rheinland-Pfalz ab und tragen auch als Auftraggeber regionaler Firmen zur lokalen Wertschöpfung bei. Daneben engagiert sich das Konsortium in sozialen, sportlichen und kulturellen Projekten vor Ort sowie Projekten im Umwelt- und Naturschutz und unterstreicht damit sein Selbstverständnis, verantwortungsvoller Partner der Kommunen und Bürger zu sein.
Aus dem Feld Römerberg-Speyer wurden im Jahr 2018 130.000 Tonnen Erdöl produziert. Der Erdölfund in Speyer macht Rheinland-Pfalz zum drittgrößten Erdölförder-Bundesland nach Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Weitere Informationen im Flyer zum Vorhaben:

Download Flyer

 

 

 

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